Es gibt Getränke, die löschen den Durst – und es gibt Getränke, die erzählen eine Geschichte. Die Horchata de Arroz gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Wenn ich an eine eiskalte Horchata denke, bin ich gedanklich sofort wieder in Antigua, Guatemala. Ich sehe mich in einem dieser prachtvollen, kolonialen Innenhöfe sitzen, umgeben von Schatten spendenden Palmen und dem leisen Plätschern eines Brunnens.
Dort habe ich die beste Horchata meines Lebens getrunken. Als jemand mit guatemaltekischen Wurzeln ist dieses Getränk für mich weit mehr als nur ein Mix aus Reis und Zimt – es ist Fernweh und Heimat zugleich.

Herkunft & Geschichte: Von Valencia in die Welt
Obwohl wir die Horchata heute fest mit Lateinamerika verbinden, liegen ihre Wurzeln eigentlich im fernen Ägypten und später in Spanien (Valencia). Dort wird sie traditionell aus Erdmandeln (Chufa) hergestellt.
Mit den spanischen Konquistadoren kam die Idee nach Amerika, doch da Erdmandeln dort kaum verbreitet waren, passten die Menschen das Rezept kreativ an. In Guatemala und Mexiko wurde der Reis zur Hauptzutat. Das Ergebnis? Ein cremiges, erfrischendes Elixier, das die Hitze des Tropenalltags perfekt abfedert.
Das Geheimnis der Zubereitung
Eine echte, authentische Horchata braucht vor allem eines: Geduld. Der Reis wird zusammen mit Zimtstangen über Nacht eingeweicht, damit er sein volles Aroma abgeben kann und die richtige Textur entsteht.
- Der Mahlgrad: Je feiner der Reis gemahlen wird, desto mehr Stärke wird freigesetzt – das sorgt für die natürliche Cremigkeit.
- Das Sieben: Für das perfekte Mundgefühl ist ein feines Passiertuch (oder ein sehr feines Sieb) unerlässlich, um jegliche körnige Rückstände zu entfernen.
Der Profi-Tipp für Eilige (ohne Reue)
Ich bin ehrlich zu dir: Es gibt unzählige Pulver und Konzentrate, aber die meisten davon schmecken leider nur nach süßem Wasser und kommen an einer authentischen Horchata nicht ran. Wer die Zeit für das Einweichen nicht hat, aber keine Lust auf künstliche Chemie hat, dem kann ich eine Ausnahme ans Herz legen:
Mein Geheimtipp: Das Mexquisita Konzentrat von Mexico Mi Amor ist eine der wenigen Fertig-Optionen, die wirklich überzeugen. Wenn du es mit frischem Wasser und einem Schuss Milch mischst, kommt es dem authentischen Geschmack aus Antigua erstaunlich nah.
Doch nichts geht über das Gefühl, seine eigene Horchata von Grund auf selbst zuzubereiten. Es ist ein Geschmackserlebnis, das dich direkt in die bunten Gassen Guatemalas katapultiert.
Du liebst die exotischen Leckereien lateinamerikas auch so sehr wie ich?
Dann probiere folgende Rezepte unbedingt aus:
- Brasilianische Limonade: Eine erfrischende Limonade mit Limetten und gezuckerter Kondensmilch
- Carlota de Limon: Ein schnelles mexikanisches Dessert mit nur wenigen Zutaten, welches der brasilianischen Limonade ganz nahe kommt.
- Brigadeiros: Kleine schokoladige Pralinen die auf der Zunge zergehen und in Brasilien auf keiner Feier fehlen dürfen.
- Tres Leches: Ein in Milch getränkter Kuchen mit Zimtnote. Quasi ein Nationaldessert in vielen Ländern Mittelamerikas
Zutaten für 2 Liter
Für 2 LiterZubereitung
Das Aroma-Bad (Der wichtigste Schritt!)
Wasche den Reis unter kaltem Wasser kurz ab, um überschüssige Stärke zu entfernen. Gib den Reis zusammen mit den zwei Zimtstangen (brich sie ruhig einmal durch) in eine Schüssel und fülle sie mit der Hälfte des Wassers auf.
Gedulds-Check: Lass das Ganze mindestens 8 Stunden, am besten über Nacht, bei Zimmertemperatur einweichen. Der Reis muss sich mit dem Fingernagel leicht zerdrücken lassen und das Wasser sollte das Aroma des Zimts voll aufgenommen haben.Das Mixen
Gib den eingeweichten Reis samt Zimtstangen und dem Einweichwasser in einen Standmixer. Mixe alles auf höchster Stufe für mindestens 2–3 Minuten, bis der Reis und der Zimt so fein wie möglich zermahlen sind. Es sollte eine milchige, dicke Flüssigkeit entstehen.
Das Filtern (Für das perfekte Mundgefühl)
Hier entscheidet sich die Qualität: Gieße die Mischung durch ein sehr feines Sieb, das du zusätzlich mit einem Passiertuch (oder einem sauberen Geschirrtuch) ausgelegt hast. Drücke alles gut aus. Es dürfen keine körnigen Rückstände im Drink bleiben – die Horchata muss absolut glatt sein.
Vermischen der Zutaten
Gib die gefilterte Reismilch in eine große Karaffe. Rühre nun die gezuckerte Kondensmilch, die ungezuckerte Kondensmilch, das Vanilleextrakt und die Prise Salz unter. Fülle das Ganze mit dem restlichen Wasser, je nach gewünschter Intensität, auf und rühre kräftig um.
Kühlen und Servieren
Horchata schmeckt am besten, wenn sie eiskalt ist. Fülle große Gläser zur Hälfte mit Eiswürfeln und gieße die Horchata darüber. Bestreue das Ganze vor dem Servieren mit einer Prise frisch gemahlenem Zimt.
Häufige Fragen und Antworten
Kann ich die Horchata auch ohne Standmixer zubereiten?
Ja, alternativ kannst du den eingeweichten Reis mit einem Pürierstab zerkleinern oder mit einem Mörser und Stößel zermahlen. Wichtig ist, dass der Reis möglichst fein wird, um die cremige Textur zu erreichen. Anschließend die Mischung durch ein feines Sieb oder Passiertuch abseihen und gut ausdrücken, damit möglichst viel Flüssigkeit gewonnen wird.
Kann ich die Horchata auch vegan zubereiten?
Ja, ersetze die Kondensmilch einfach durch eine cremige pflanzliche Alternative wie Kokosmilch, Mandelmilch oder Hafermilch. Kokosmilch passt besonders gut, da sie eine ähnliche Reichhaltigkeit mitbringt. Zum Süßen eignen sich Agavendicksaft oder Ahornsirup als Ersatz für die gezuckerte Kondensmilch.
Welche Reissorte eignet sich am besten für Horchata?
Am besten eignet sich Langkornreis wie Basmati oder Jasmin. Basmati bringt eine leicht nussige Note mit, Jasmin eine dezent blumige – beide harmonieren gut mit dem Zimt. Wichtig ist, den Reis ungekocht zu verwenden. Vermeide klebrige Sorten wie Milchreis, da sie die Konsistenz negativ beeinflussen.
Wie lange ist selbstgemachte Horchata haltbar?
Im Kühlschrank hält sich die Horchata in einem verschlossenen Gefäß zwei bis drei Tage. Vor dem Servieren gut umrühren, da sich die Zutaten mit der Zeit absetzen. Du kannst die Horchata auch einfrieren – dabei etwas Platz im Behälter lassen, da sich die Flüssigkeit beim Einfrieren ausdehnt.
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Essen verbindet und macht glücklich – das erfahre ich seit mehr als einem Jahrzehnt jeden Tag, wenn ich für meine Familie koche und backe. Diese langjährige Leidenschaft und tägliche Praxis fließen in jedes meiner Rezepte ein. Weiterlesen …
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