Tamales sind in Guatemala wie auch in Mexiko ein traditionelles, sehr beliebtes Gericht, dessen Ursprung schätzungsweise bis etwa 5000 v. Chr. zur Zeit der Maya zurückreicht. Von dort aus verbreiteten sich Tamales in ganz Lateinamerika – jede Region hat ihre eigene, besondere Variante entwickelt.

Wann isst man Tamales?
In Guatemala und Mexiko sind Tamales untrennbar mit besonderen Anlässen verbunden. Zu Weihnachten und Neujahr gehören sie zum Festessen dazu – Familien bereiten sie oft gemeinsam zu, was mehrere Stunden dauern kann und ein echtes Gemeinschaftserlebnis ist. Auch an Día de la Candelaria (2. Februar), zu Geburtstagen, Hochzeiten und anderen Familienfeiern werden Tamales traditionell serviert. In vielen Haushalten gibt es sie aber auch zum Frühstück oder als Snack zwischendurch.
In Guatemala und Mexiko unterscheiden sich Tamales vor allem durch die Art der Hülle: In Guatemala werden sie typischerweise in Bananenblätter eingewickelt, in Mexiko meist in Maisblätter, die jeweils ein eigenes Aroma an den Teig abgeben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere guatemaltekische Varianten wie Tamales Negros (süß, mit Schokolade), Paches (mit Kartoffelteig) oder Chuchitos (kompakter, in Maisblättern gedämpft).

Wo bekomme ich Bananenblätter?
Für authentische guatemaltekische Tamales brauchst du Bananenblätter. Die findest du tiefgefroren in Asia-Läden, Latino-Märkten oder online. Vor dem Verwenden die Blätter auftauen lassen und mit einem feuchten Tuch abwischen. Um sie geschmeidiger zu machen, kannst du sie kurz über einer Gasflamme oder in einer heißen Pfanne erwärmen – so brechen sie beim Falten nicht. Falls du keine Bananenblätter bekommst, funktionieren auch Maisblätter (Hojas de Maíz).
Masa Harina und Chilis für die Füllung
Die Basis für Tamales ist Masa Harina – nixtamalisiertes Maismehl. Bei der Nixtamalisation werden Maiskörner in Kalkwasser gekocht, wodurch sie ihre Schale verlieren und besser verdaulich werden. Das Mehl bekommt dadurch seinen typischen Geschmack und die richtige Konsistenz. Masa Harina gibt es in Latino-Läden, gut sortierten Supermärkten oder online – die bekannteste Marke ist Maseca.
Für die Füllung verwende ich Guajillo-Chilis (mild-fruchtig mit leichter Schärfe) und Pasilla-Chilis (rauchig-süßlich, etwas kräftiger). Beide bekommst du in Latino-Läden oder online.
Zutaten für 10 Portionen
Für 10 PortionenMasa (Teig)
Füllung (Recado Rojo)
Außerdem
Zubereitung
Masa zubereiten
Masa anrühren
Masa Harina mit dem Salz in einem großen Topf vermischen. Die Hühnerbrühe in 3–4 Portionen nach und nach einrühren und dabei ständig umrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Die Konsistenz sollte wie weicher Kartoffelbrei sein – bei Bedarf noch etwas Brühe dazugeben, falls die Masse zu fest ist.
Masa eindicken
Bei niedriger Hitze unter ständigem Rühren ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Masa eindickt und sich vom Topfboden löst.
Teig glatt rühren
Das Schmalz einarbeiten, bis der Teig weich, glatt und formbar ist.
Füllung (Recado Rojo)
Chilis einweichen
Die Chilis waschen, entkernen und ca. 10 Minuten in heißem Wasser einweichen.
Zutaten anrösten
In einer Pfanne bei mittlerer Hitze nacheinander ohne Öl anrösten: zuerst Kürbiskerne und Sesam (1–2 Min., bis sie duften), dann Kreuzkümmel, Oregano und Lorbeerblätter (1 Min.), anschließend Knoblauch, Zwiebel und Paprika (3–4 Min., bis sie Röstaromen entwickeln), zuletzt Tomaten (5–8 Min., bis die Haut leicht bräunt). Rosinen und Zucker nach dem Rösten zur Seite stellen.
Sauce pürieren
Alle gerösteten Zutaten zusammen mit den eingeweichten Chilis, Tomatillos, Rosinen und Zucker in den Mixer geben und zu einer feinen, glatten Sauce pürieren. Falls die Masse zu dick ist und der Mixer nicht richtig läuft, nach und nach etwas Brühe hinzufügen (ca. 50–100 ml).
Sauce köcheln und würzen
Das Schweineschmalz aus dem Füllung-Block in einem Topf erhitzen, die Sauce hineingeben und bei mittlerer Hitze 8–10 Minuten köcheln lassen, bis sie leicht eindickt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Fleisch in Sauce vermengen
Das Fleisch in mundgerechte Würfel (ca. 3–4 cm) schneiden, zur Sauce geben und gut untermischen. Das Fleisch wird nicht vorgegart – es gart später beim Dämpfen vollständig durch und bleibt so besonders saftig.
Tamales formen
Tamales formen
Bananenblätter in Rechtecke (ca. 25 × 20 cm) schneiden und jeweils auf ein Stück Alufolie legen, das etwas größer ist.
3–4 EL Masa mittig auf die Blätter setzen und leicht flachdrücken, sodass eine kleine Mulde entsteht.Füllung platzieren
Etwas Fleisch und Sauce in die Mulde geben. Die Paprika in Stifte schneiden und jeweils 1-2 Stifte über das Fleisch legen.
Tamales einwickeln
Die langen Seiten des Bananenblatts (mit Alufolie) zur Mitte hin übereinanderlegen, sodass die Füllung komplett bedeckt ist. Dann das Päckchen längs aufrollen und die Enden wie bei einem Geschenk nach innen falten und fest andrücken, damit die Füllung nicht herausläuft.
Tamales dämpfen
Dämpfaufbau vorbereiten
In einen großen Topf mit Dämpfeinsatz etwa 2–3 cm Wasser geben (das Wasser darf die Tamales nicht berühren!) und erhitzen. Die Tamales aufrecht oder liegend hineinsetzen und mit einer Schicht Frischhaltefolie oder Backpapier abdecken, damit möglichst wenig Dampf entweicht. Anschließend ein sauberes Küchentuch auf den Topfrand legen (verhindert Kondenswasser-Tropfen auf den Tamales) und den Deckel fest verschließen. Falls du keinen Dämpfeinsatz hast: Tamales auf eine umgedrehte hitzebeständige Untertasse oder einen Rost stellen.
Tamales dämpfen
Die Tamales 90–120 Minuten bei mittlerer Hitze dämpfen. Nach etwa 60 Minuten vorsichtig den Deckel anheben und prüfen, ob noch genug Wasser im Topf ist – bei Bedarf heißes Wasser nachfüllen. Achtung beim Öffnen – der Dampf ist sehr heiß!
Häufige Fragen und Antworten
Kann ich die Bananenblätter durch etwas anderes ersetzen?
Ja klar! In Mexiko verwendet man oft Maisblätter, die sind auch super. Wichtig ist, dass du ein Blatt nimmst, das dem Teig beim Dämpfen ein tolles Aroma verleiht. Wenn du keins von beiden bekommst, kannst du auch Backpapier benutzen, aber das verliert natürlich etwas von der Authentizität.
Wie erkenne ich, ob die Masa die richtige Konsistenz hat?
Die Masa sollte weich und formbar sein, ähnlich wie ein weicher Brotteig. Sie sollte sich leicht vom Topfrand lösen, wenn du sie rührst. Wenn sie zu fest ist, kannst du noch ein bisschen mehr Brühe dazugeben. Ist sie zu flüssig, einfach ein wenig mehr Masa Harina unterrühren.
Kann ich die Füllung im Voraus vorbereiten?
Ja, das kannst du auf jeden Fall machen! Die Füllung kannst du locker einen Tag vorher zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. So kann sich das Aroma sogar noch besser entfalten und du hast am nächsten Tag weniger Arbeit.
Wie bewahre ich übrig gebliebene Tamales am besten auf?
Wenn du noch Tamales übrig hast, kannst du sie wunderbar einfrieren. Einfach in einen luftdichten Behälter oder Gefrierbeutel packen. Zum Aufwärmen lässt du sie am besten schonend dämpfen, so bleiben sie schön saftig.
Kann ich eine andere Fleischsorte für die Füllung verwenden?
Na klar! Traditionell wird Schweineschulter genommen, aber du kannst auch Hähnchenoberschenkel, Rinderrouladen oder Rindergulasch verwenden – wichtig ist, dass es Fleischstücke mit etwas Fett sind, damit sie beim Dämpfen schön zart und saftig werden. Experimentiere ruhig ein bisschen, bis du deine Lieblingskombination gefunden hast.
Sind die Rosinen in der Füllung ein Muss?
Rosinen sind nicht jedermanns Sache, sie geben der Füllung aber eine interessante süße Note. Wenn du sie nicht magst, lass sie einfach weg oder ersetze sie durch eine andere Zutat, die du gerne magst. Tamales leben von der Vielfalt, also sei kreativ!
Was ist der Unterschied zwischen guatemaltekischen und mexikanischen Tamales?
Der Hauptunterschied liegt in der Hülle: Guatemaltekische Tamales werden typischerweise in Bananenblätter eingewickelt, mexikanische meist in Maisblätter – beide geben dem Teig ein eigenes Aroma. In Guatemala sind Varianten wie Tamales Negros (süß, mit Schokolade) oder Paches verbreitet; in Mexiko dominieren Salsa Roja oder Salsa Verde mit Fleisch. Die Zubereitung der Masa ist ähnlich, die Füllungen und Gewürze unterscheiden sich regional.
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Essen verbindet und macht glücklich – das erfahre ich seit mehr als einem Jahrzehnt jeden Tag, wenn ich für meine Familie koche und backe. Diese langjährige Leidenschaft und tägliche Praxis fließen in jedes meiner Rezepte ein. Weiterlesen …
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