Grünkohl gehört in unserer Familie zu den großen Winterklassikern – besonders in der traditionellen norddeutschen Variante mit Pinkel. Zugegeben, ein optischer Schönling ist dieses Gericht nicht, doch wie man so schön sagt: Liebe geht durch den Magen. Und spätestens beim ersten Probieren versteht man, warum dieses herzhafte Kohlgericht so viele Fans hat.
Schon als Kinder bestanden wir darauf, die Würstchen direkt im Grünkohl mitzukochen. Das verleiht ihm ein kräftigeres Aroma und einen unverwechselbaren Geschmack, den wir bis heute lieben. Wer mag, kann natürlich noch zusätzliche Würste separat zubereiten und dazu reichen.
Die Zutaten
- Pinkelwurst (Pinkel): Pinkel ist eine geräucherte Grützwurst aus Hafer- oder Gerstengrütze, Schweineschmalz, Zwiebeln und Gewürzen im Naturdarm. Es gibt regionale Varianten, z. B. Oldenburger, Bremer oder Ammerländer. Am ehesten findet man sie in Norddeutschland beim Metzger, auf dem Wochenmarkt oder im gut sortierten Supermarkt – weiter südlich oder im Ausland ist sie oft schwer zu bekommen. Sie ist kein Muss: Wer keine Pinkel auftreibt, lässt sie einfach weg oder nimmt eine andere deftige Wurst, etwa Kohlwurst.
- Griebenschmalz: Darunter versteht man Schmalz, in dem Grieben mitgeschmort sind – das sind die kleinen, knusprigen Stückchen, die beim Auslassen von Schweineschwarte und fettem Gewebe übrig bleiben. Alternativen: Butterschmalz, neutrales Schweineschmalz oder zum Anbraten fein gewürfelter Speck.
- Grünkohl: Am besten gelingt das Gericht mit lockerem Tiefkühlkohl aus der Tüte oder mit frischem Kohl vom Markt – idealerweise nach dem ersten Frost, denn Kälte wandelt Stärke in Zucker um und macht den Kohl milder und süßlicher. Fest gefrorener Kohl im Block ist weniger empfehlenswert; Grünkohl aus dem Glas wird oft zu wässrig.
Ein kleiner Tipp: Am besten schmeckt Grünkohl aufgewärmt am nächsten Tag – dann sind die Aromen perfekt durchgezogen und das Gericht wird noch runder. Wichtig dabei: Reste zügig abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren, damit sich das im Kohl enthaltene Nitrat nicht unnötig in Nitrit umwandelt. Klassisch wird der Grünkohl mit Salzkartoffeln und einem Klecks scharfem Senf serviert. Ein echtes Winterwohlfühlgericht!
Zutaten für 8 Portionen
Für 8 PortionenZum Servieren
Zubereitung
Würste und Kassler köcheln
Schneidet von jeder Wurstsorte sowie vom Kassler jeweils eine Wurst in Scheiben und stellt diese auf einem Teller beiseite.
Die restlichen Würste und das Kassler in einen Topf geben und mit Fleischbrühe auffüllen, bis alles bedeckt ist. Das Ganze etwa 20 Minuten leicht köcheln lassen.
Zutaten anbraten
Den Speck und die Zwiebel fein würfeln. In einem großen Topf das Griebenschmalz zerlassen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Anschließend den Speck dazugeben und 2–3 Minuten mitbraten. Den Grünkohl nach und nach in den Topf geben. Sollte nicht alles auf einmal hineinpassen, lasst den Grünkohl zunächst etwas zusammenfallen und fügt dann den Rest hinzu. Das Volumen verringert sich durch das Kochen deutlich. Gebt etwa eine halbe Tasse der Brühe, in der die Würste gekocht wurden, zum Grünkohl. Achtet darauf, dass der Kohl während des gesamten Kochvorgangs weder zu trocken noch zu nass ist – bei Bedarf etwas Brühe nachgießen, damit nichts ansetzt.
Zutaten köcheln lassen
Die zuvor in Scheiben geschnittene Wurst unter den Grünkohl mischen. Mit geschlossenem Deckel bei niedriger Hitze 2,5–3 Stunden köcheln lassen und gelegentlich umrühren.
Gericht abschmecken
Den Grünkohl abschließend mit gekörnter Fleischbrühe, Salz und Pfeffer abschmecken. Serviert ihn mit Salzkartoffeln und einem Klecks Senf.
Tipp: Grünkohl schmeckt aufgewärmt am nächsten Tag noch besser. Dafür die übrigen Würste und das Kassler unter den Grünkohl heben und alles zusammen erhitzen – alternativ könnt ihr das Fleisch separat erwärmen.
Häufige Fragen und Antworten
Kann ich frischen Grünkohl statt TK-Grünkohl verwenden?
Na klar, frischer Grünkohl geht auch super! Du musst ihn allerdings vorher gründlich waschen und die Blätter von den dicken Stielen befreien. Dann alles klein hacken und wie im Rezept angegeben zubereiten. Mit dem TK-Grünkohl sparst Du Dir ein bisschen Arbeit, aber der frische hat natürlich seinen ganz eigenen Charme.
Kann ich die Pinkelwürste durch etwas anderes ersetzen?
Klar, wenn Du keine Pinkelwürste bekommst oder sie nicht magst, kannst Du sie durch andere kräftige Würste ersetzen, die Du gerne isst. Eine grobe Bratwurst oder eine andere Räucherwurst kann einen ähnlichen Effekt erzielen – einfach ausprobieren, was Dir am besten schmeckt!
Wie lange hält sich der Grünkohl im Kühlschrank?
Der Grünkohl hält sich problemlos 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Am besten in einem gut verschlossenen Behälter aufbewahren. Und wie gesagt, aufgewärmt schmeckt er sogar noch besser, also keine Sorge, wenn was übrig bleibt!
Kann ich das Gericht einfrieren?
Ja, das geht! Einfach in Portionsgrößen einfrieren. Wenn Du den Grünkohl dann wieder auftauen und aufwärmen möchtest, lass ihn am besten langsam im Kühlschrank auftauen und erwärme ihn dann langsam auf dem Herd. So bleibt der Geschmack am besten erhalten.
Nährwerte pro Portion
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Essen verbindet und macht glücklich – das erfahre ich seit mehr als einem Jahrzehnt jeden Tag, wenn ich für meine Familie koche und backe. Diese langjährige Leidenschaft und tägliche Praxis fließen in jedes meiner Rezepte ein. Weiterlesen …
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